UNO beklagt Rassismus gegen Ureinwohner Australiens

Die Aborigines und andere Ureinwohner Australiens sind nach Einschätzung einer UNO-Beobachterin einem „tief verstörenden“ Rassismus und sozialer Benachteiligung ausgesetzt.

Ruf nach juristischer Reform

Das Land brauche einen umfassenderen juristischen Rahmen, um sie zu schützen, sagte Victoria Tauli-Corpuz, die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Rechte indigener Völker, heute in Canberra.

Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in Australien kritisierte sie auch die „unglaublich hohe“ Rate der inhaftierten Ureinwohner, darunter Frauen und Minderjährige. Auch die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte Australiens im Bildungssystem stieß bei Tauli-Corpuz auf Kritik.

Rassismus auch im Gesundheitswesen

Es enthalte „unangemessene Komponenten“ über die Aborigines und die Auswirkungen der Kolonialisierung durch die Briten, sagte sie. Eine Aussöhnung werde dadurch erschwert, dass der wirtschaftliche und soziale Ausschluss der indigenen Völker nicht anerkannt werde.

Selbst im Gesundheitswesen herrsche Rassismus, sagte Tauli-Corpuz. Davon hätten ihr indigene Ärzte und Patienten erzählt. Alarmiert zeigte sich die UNO-Berichterstatterin ferner darüber, in welchem Ausmaß indigene Frauen benachteiligt und auch Gewalt ausgesetzt seien.