Le Pen erneut im Visier der französischen Justiz

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Knapp drei Wochen vor der französischen Präsidentschaftswahl gerät die Kandidatin des rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen, erneut in Erklärungsnot.

Die Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille hat vorläufige Ermittlungen wegen des Vorwurfs der illegalen Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern eröffnet.

Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Justizkreisen. Über den Fall berichtet auch die Satire- und Investigativzeitung „Le Canard Enchaine“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

Vorgebliche Regierungsmitarbeiter

Zwischen 2010 und 2015 soll Le Pen Vertraute zum Schein als Mitarbeiter des FN in der Regierung der Region Nord-Pas-de-Calais ausgegeben haben. Tatsächlich hätten diese aber für andere Zwecke gearbeitet, unter anderem für Le Pens Präsidentschaftskampagne 2012.

Im Visier der Ermittler ist auch David Rachline, der Leiter der aktuellen Kampagne Le Pens. Dieser wies die Vorwürfe als „politische Attacke“ zurück.

Le Pen ist bereits in eine andere Affäre um die mögliche Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern im EU-Parlament verstrickt. Die FN-Chefin hält die Ermittlungen aber für politisch motiviert. Sie hatte deshalb Mitte März eine Vorladung von Untersuchungsrichtern ignoriert.