Viele „Ähs“ zeugen von Empathie

Wer glaubt, dass jemand, der viele Füllwörter benutzt, nicht intelligent und kompetent sei, irrt. Ein solches Urteil sei „unfair“ und „durch nichts zu begründen“, sagen nun britische Sprachwissenschaftler. „Ähs“, „Öhs“ und „oder so“ erfüllten vielmehr komplexe Funktionen und ließen Rückschlüsse auf die Empathie des Sprechenden zu.

Wer häufig Füllwörter benutze, sei sich seines Gegenübers in erhöhtem Maße gewahr, sagte Michael Handford von der Uni Cardiff gegenüber der britischen Onlinezeitung Independent.

Eine Frage der Höflichkeit

Füllwörter können laut dem Experten ein Zeichen von Höflichkeit sein, um etwa bei einer Absage zu einer Party weniger rüde zu erscheinen. Zudem offenbarten sie nicht die Unfähigkeit des Sprechers, vielmehr ermöglichten sie es dem Zuhörenden, komplexere Informationen auch zu verstehen.

Füllwörter verschaffen laut dem Linguisten Josef Fruehwald von der Universität Edinburgh freilich auch dem Sprechenden eine Denkpause. Sie signalisieren dem Zuhörenden, dass noch etwas kommt.

Beide Experten sind sich einig, dass an Füllwörtern nichts falsch sei und sie daher nicht verdammt und verbannt werden sollten. Bei Prüfungen und Bewerbungsgesprächen sollten sie allerdings wegen ihrs schlechten Rufs möglichst sparsam eingesetzt werden.