ETA übergab Polizei Liste mit Waffenverstecken

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat der französischen Polizei eine Liste mit Waffenverstecken übergeben. Wie mit den Vorgängen vertraute Kreise der Nachrichtenagentur AFP mitteilten, handelt es sich um zwölf Verstecke im Südwesten Frankreichs, in denen die restlichen Waffen und Sprengstoff der ETA lagerten. Für heute ist im südwestfranzösischen Bayonne eine Feier zum „Tag der Entwaffnung“ angekündigt.

Frankreichs Innenminister Matthias Fekl hat die Entwaffnung der baskischen Untergrundorganisation ETA als wichtiges Ereignis eingestuft. „Diese Etappe der Neutralisierung eines Waffen- und Sprengstoffanschlagsarsenals ist ein großer Schritt“, sagte Fekl in Paris.

60 Jahre nach Gründung vollständig entwaffnet

Die ETA hatte Mitte März angekündigt, fast 60 Jahre nach ihrer Gründung ihre Waffen bis zum 8. April vollständig abzugeben. Am Vortag sagte der französisch-baskische Umweltaktivist „Txetx“ Etcheverry allerdings, die Entwaffnung der ETA sei bereits „abgeschlossen“. Dem Vernehmen nach geht es um 130 Waffen und zwei Tonnen Sprengstoff, die vor allem auf französischem Gebiet gelagert waren.

Aus dem Umfeld der baskischen Nationalisten war im Vorfeld zu hören gewesen, die Übergabe der Waffen werde „außerhalb von Bayonne“ im französischen Teil des Baskenlandes unter „gesicherten Bedingungen“ stattfinden.

Von EU als Terrororganisation eingestuft

Seit Jahrzehnten beschäftigt die ETA (baskisch: Euskadi Ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit) die Sicherheitskräfte und die Justiz in Spanien und Frankreich. In der EU ist sie als Terrororganisation eingestuft. 1959 während der Franco-Diktatur in Spanien gegründet, wird die ETA für den Tod von 829 Menschen verantwortlich gemacht.

Beim letzten ETA-Anschlag wurde 2010 ein französischer Polizist getötet. 2011 erklärte die Organisation dann ihren bewaffneten Kampf für beendet. Inzwischen soll es nur noch rund 30 ETA-Mitglieder geben. Ihr letzter Kampf gilt dem Schicksal der rund 360 Häftlinge, die wegen der ETA-Taten - teils fern der Heimat - inhaftiert sind. Die verbleibenden Aktivisten wollen für sie Hafterleichterungen, Strafnachlässe oder Entlassungen auf Bewährung erreichen.