Litauen probt Abwehr hybrider Angriffe

Litauen hat die Abwehr eines hybriden Angriffs durch „grüne Männchen“ geprobt. An der taktischen Übung waren heute rund 700 Grenzbeamte, Polizisten und öffentliche Sicherheitskräfte beteiligt, wie das Innenministerium in Vilnius mitteilte. Das Übungsszenario sah vor, dass Spezialkräfte eines feindlichen Landes ohne Hoheitsabzeichen illegal die Grenze überqueren und versuchen, einen Grenzkontrollpunkt sowie eine Polizeistation im Südosten des baltischen EU- und NATO-Landes zu übernehmen.

Soldaten ohne Hoheitsabzeichen

„Nachgeahmt wurde das Einfallen von grünen Männchen in litauisches Gebiet, die aus einem Zug aussteigen“, sagte Innenminister Eimutis Misiunas nach Angaben der Agentur BNS. Als „grüne Männchen“ tituliert wurden Soldaten ohne Hoheitsabzeichen, die 2014 bei der russischen Annexion der Krim eine maßgebliche Rolle spielten.

Zu Trainingszwecken sei auch der Funkverkehr unterbrochen worden, nachdem feindliche Kräfte entdeckt wurden. Informiert gewesen seien über die Übung nach Ministeriumsangaben nur die Spitzen der beteiligten Behörden. „Wir wollten unter realen Bedingungen sehen, wie die litauischen Einsatzkräfte auf einen solchen Notfall reagieren würden“, sagte Misiunas.

Sorgen um eigene Sicherheit

Litauen sorgt sich angesichts des andauernden Konflikts in der Ukraine um die eigene Sicherheit. Der Baltenstaat grenzt im Westen an die russische Exklave Kaliningrad und im Südosten an Weißrussland. Im Zuge des verstärkten Schutzes der NATO-Ostflanke führt die deutsche Bundeswehr in Litauen ein NATO-Bataillon.