Meinungsforscher mit neuen Richtlinien

Meinungsforscher haben zuletzt meist zu den Verlierern an Wahlabenden gezählt. Umfragen im Vorfeld von Wahlgängen hielten der Realität des Wahlergebnisses nicht immer stand. Neue Richtlinien und mehr Transparenz sollen nun die Qualität der Wahlforschung heben. In einjähriger Arbeit hat der Verband der Markt- und Meinungsforschungsinstitute Österreichs (VdMI) neue Regeln für Wahlumfragen erarbeitet.

Die Institute wollen damit einen Mindeststandard für Wahlumfragen etablieren, wie Spectra-Geschäftsführer und VdMI-Vorstand Peter Bruckmüller sowie Paul Christian Eiselsberg, Prokurist beim Marktforschungsunternehmen IMAS und Mitglied der entsprechenden VdMI-Arbeitsgruppe, im Gespräch mit der APA erklärten.

Wesentlichste Vorgabe: Wahlumfragen sollen künftig eine Mindeststichprobengröße von 800 Befragten haben, und es soll sich um keine reinen Onlinebefragungen handeln. „Das gilt ab sofort“, sagte Bruckmüller.

Reihe von Parametern

Daneben wird künftig bei der Veröffentlichung von Umfragen eine ganze Reihe von Parametern mitgeliefert, die für mehr Transparenz sorgen sollen. Darunter findet sich etwa der Name des Auftraggebers der Studie und des durchführenden Instituts sowie anderer an der Erhebung beteiligter Institute.

Angegeben wird künftig zudem die genaue Beschreibung der Zielgruppe, die Anzahl der Deklarierten, also die Anzahl der Personen, die in der Sonntagsfrage eine Partei genannt haben, die Schwankungsbreite auf Basis der Deklarierten in der Rohstichprobe, Stichprobengrundlagen und -methoden, Untersuchungszeitraum, Befragungsmethode, der Wortlaut der Fragen sowie Details zum Gewichtungsverfahren.