Iranisches Kreuzfahrtschiff absolviert Jungfernfahrt

Erstmals seit der Islamischen Revolution 1979 ist ein iranisches Kreuzfahrtschiff in See gestochen. Die „Sunny“ absolvierte gestern ihre Jungfernfahrt im Persischen Golf zwischen den Inseln Keschm und Kisch, wie die Hafen- und Schifffahrtsbehörde von Keschm mitteilte. Das 176 Meter lange und 23 Meter breite Schiff soll künftig zwischen den beiden nahe der Meerenge von Hormus gelegenen Touristeninseln verkehren.

Iranisches Kreuzfahrtschiff "Sunny"

APA/AFP/Amir Housein Khorgoi

Die in Schweden gebaute „Sunny“, die auf neun Etagen bis zu 1.600 Passagiere unterbringen kann und über Kinosäle, Restaurants und ein Schwimmbecken verfügt, soll für Kreuzfahrten von vier bis sieben Tagen in See stechen. Ein Behördenvertreter auf Keschm sagte, das neue Schiff solle den Tourismus auf den Inseln beleben und dafür sorgen, dass „Millionen von Dollar“ künftig nicht mehr im Ausland ausgegeben würden.

Zuletzt hat der Tourismus im Iran deutlich zugelegt, und die Zahl ausländischer Besucher stieg von 2,2 Millionen 2009 auf 5,2 Millionen im Jahr 2015. Keschm und Kisch sind mit ihren weißen Stränden, riesigen Mangrovenwäldern und spektakulären Felslandschaften ein beliebtes Reiseziel. Allerdings ziehen viele wohlhabende Iraner Dubai und andere Golfstaaten vor, wo kein Kopftuchzwang und kein Alkoholverbot herrschen.