Mehr als 2.000 Flüchtlinge vor Libyens Küste gerettet

Schiffe der italienischen Küstenwache und privater Hilfsorganisationen haben gestern mehr als 2.000 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Die Menschen hätten versucht, in insgesamt 16 Schlauchbooten und drei Schiffen aus Holz von der libyschen Küste aus nach Italien zu gelangen, so die Küstenwache.

Von einem der Boote habe ein junger Flüchtling nur noch tot geborgen werden können. Insgesamt 2.074 Menschen hätten durch die Einsätze in Sicherheit gebracht werden können. Die Küstenwache beschrieb die Rettungseinsätze als „sehr schwierig“.

Mehr als die Hälfte der Geretteten wurde von zwei Rettungsbooten der Organisation Ärzte ohne Grenzen aufgenommen. Drei weitere Schiffe von Hilfsorganisationen sowie die Küstenwache nahmen ebenfalls Flüchtlinge auf.

NGO weist Forntex-Kritik zurück

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex hatte kürzlich den Einsatz der Rettungsschiffe privater Organisationen vor der libyschen Küste kritisiert, weil dadurch Menschen zur Flucht über das Mittelmeer ermuntert werden könnten. Diese Schiffe brächten Flüchtlinge „wie Taxis“ nach Europa, kritisierte Frontex.

Ärzte ohne Grenzen wies diese Kritik klar zurück. In einer Botschaft auf der Nachrichtenplattform Twitter hieß es: „Wie viele Flüchtlinge wären heute losgefahren, wenn es uns hier nicht gäbe, Frontex? Wahrscheinlich genauso viele. Wie viele wären gestorben? Viel mehr.“