Nordkorea demonstriert Stärke und droht den USA

Im Stadtzentrum der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang hat eine Militärparade zu Ehren von Staatsgründer Kim Il Sung stattgefunden. Laut Liveaufnahmen des nordkoreanischen Staatsfernsehens nahmen Tausende Soldaten und Militärfahrzeuge an der Parade teil, begleitet von Marschmusik und einem applaudierenden Publikum. Auch Staatsoberhaupt Kim Jong Un wohnte der Militärparade bei.

105. Geburtstag des Staatsgründers

Gefeiert wird der 105. Geburtstag des Staatsgründers. Zuletzt wurde befürchtet, dass das kommunistische Regime anlässlich des Geburtstags Kims einen weiteren Atomwaffentest unternehmen könnte - während US-Kriegsschiffe auf die koreanische Halbinsel zusteuern. Oft nimmt die Führung die Geburtstage Kim Il Sungs und andere Feiertage zum Anlass, militärische Stärke zu demonstrieren.

Kims Geburtstag wird als „Tag der Sonne“ bezeichnet. Er ist der höchste Feiertag des Landes. Der frühere nordkoreanische Staatschef ist auch 23 Jahre nach seinem Tod im Alltag der Nordkoreaner allgegenwärtig. Um den „ewigen Präsidenten“ und als Staatsgründer verehrten Kim sowie um seinen Sohn Kim Jong Il und seinen Enkel und jetzigen Machthaber Kim Jong Un wird ein intensiver Personenkult betrieben.

„Militärische Hysterie" der USA muss aufhören

Gleichzeitig drohte Nordkorea den USA mit Vergeltungsmaßnahmen, sollten sie ihre „Provokationen“ nicht einstellen. Die „militärische Hysterie“ der Regierung von Präsident Donald Trump habe eine „gefährliche Phase erreicht, die nicht länger übersehen werden kann“, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Seit das US-Militär mit Bombenabwürfen in Syrien und Afghanistan eingegriffen hat, wachsen die Sorgen, Präsident Trump könne ähnliche Pläne für Nordkorea hegen. Er hat bereits den Flugzeugträger „Carl Vinson“ in die Region um die koreanische Halbinsel beordert.

Peking rief zu Zurückhaltung auf

Angesichts der Machtdemonstration der USA und der Drohungen aus Pjöngjang rief China zur Zurückhaltung auf. China ist der einzige Verbündete seines weitgehend isolierten Nachbarlandes, lehnt aber dessen hochumstrittenes Atomprogramm ab. Die Regierung in Peking unterstützt die deshalb gegen Nordkorea verhängten UNO-Sanktionen.