Türkische Börse nach Referendum stabil

Der Aktienmarkt in der Türkei hat sich heute stabil gehalten. Nach dem knappen Sieg von Präsident Recep Tayyip Erdogan beim Referendum für eine Verfassungsänderung hatte der Leitindex ISE 100 gestern bereits um 0,66 Prozent zugelegt. Aus Sicht von Investoren gibt es nach der hohen Unsicherheit vor der Abstimmung nun offenbar mehr Klarheit.

Die türkische Lira, die am Tag nach dem Referendum ebenfalls profitiert hatte, zeigte sich aktuell wieder schwächer. Das entspricht auch Erwartungen der Analysten der Commerzbank. Laut ihnen wird die Erholung des Lira-Kurses nur kurzfristig ausfallen.

Die Landeswährung hatte in den vergangenen Monaten wegen der politischen Krise und Terroranschlägen in der Türkei kräftig an Wert etwa gegenüber dem Euro verloren, weil sich Anleger zurückhalten.

Wirtschaftsprognose gesenkt

Das trifft auch die Wirtschaft am Bosporus. Für 2017 hat die Weltbank ihre Wachstumsprognose für die Türkei schon auf 2,7 Prozent gesenkt. Im vergangenen Jahr brachen die Direktinvestitionen laut dem Wirtschaftsministerium um 31 Prozent ein.

Die Arbeitslosigkeit lag zuletzt bei 12,7 Prozent - dem höchsten Stand seit sieben Jahren. Zudem hielten sich deutsche Urlauber mit Türkei-Reisen zurück. Die Einnahmen im Tourismus fielen daher um fast 30 Prozent.

Dem vorläufigen Endergebnis des Volksentscheids zufolge hatten am Sonntag 51,4 Prozent der Türken für ein Präsidialsystem gestimmt.