Karmasin will schulautonome Tage zu Herbstferien machen

Die ÖVP will bundesweit einheitliche Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November. Dafür soll die Zahl der schulautonomen Tage von fünf bzw. vier (an Pflichtschulen) auf zwei bzw. einen Tag reduziert werden.

Die Sommerferien sollen weiter neun Wochen dauern. Ein Gesetzesentwurf wurde dem Bildungsressort schon übermittelt, so Familienministerin Sophie Karmasin heute bei der Präsentation.

„Fixe, planbare und verlässlich Ferienwoche“

Der Herbst sei eine sehr anstrengende Zeit ohne verlässliche Pause für die Schüler, die zu Überforderung bis hin zu Burn-out führen könne, verwies Karmasin auf Erkenntnisse der Wiener Bildungspsychologin Christiane Spiel.

Deshalb sei in dem ÖVP-Vorschlag - in einem monatelangen Prozess mit Schulpartnern, Bundesländern und Experten erarbeitet - die Umwandlung von schulautonomen Tagen in eine bundesweit einheitliche „fixe, planbare und verlässliche Ferienwoche“ im Herbst vorgesehen.

Zwei bzw. einen Tag (an Pflichtschulen) können die Standorte weiterhin autonom bestimmen, die Gesamtdauer der Ferien über das Jahr bleibt bei dem Vorschlag unverändert. Erst im vergangenen Sommer hatte Karmasin für die Verschiebung von einer Woche Sommerferien in den Herbst plädiert. Davon ist sie nun allerdings abgegangen.

Verhandlungen mit SPÖ

Karmasin sieht die ÖVP-Pläne auch durch eine Umfrage gestützt: Laut dieser empfinden 80 Prozent der Schüler und 66 Prozent der Eltern die Herbstzeit als sehr anstrengend, ebenso groß sei die Zustimmung zur Einführung von generellen Herbstferien.

Der mit allen Beteiligten erarbeitete Gesetzesentwurf soll nun mit dem Koalitionspartner SPÖ verhandelt werden, am 23. Mai wird außerdem gemeinsam mit der Wirtschaftskammer ein Symposium zum Thema „Reform der Schulferien“ stattfinden. Geht es nach Karmasin, kann mit der Umsetzung der ÖVP-Idee „sofort“ begonnen werden.

Grüne wollen Vorstoß unterstützen

Die Grünen wollen den Vorstoß der ÖVP unterstützen. Grünen-Bildungssprecher Harald Walser habe 2014 bereits selbst eine solche Regelung vorgeschlagen, die stärker an lernpsychologischen Erkenntnissen orientiert sei und Eltern eine bessere Planung der unterrichtsfreien Zeit ermögliche, hieß es in einer Aussendung.

Die Pflichtschulelternvertreter verwiesen indes auf ihre seit 2010 unveränderte Position, dass Herbstferien nur im Rahmen einer generellen Neuorganisation des Schuljahres sinnvoll wären.