UNO-Mitarbeiter in DR Kongo kurzzeitig in Geiselhaft

In der Demokratischen Republik Kongo sind 16 Mitarbeiter der Vereinten Nationen (UNO) kurzzeitig als Geiseln genommen worden. In einem Flüchtlingslager hätten Ex-Rebellen aus dem Nachbarland Südsudan die UNO-Mitarbeiter mehrere Stunden in ihre Gewalt gebracht, ehe sie wieder freikamen, sagte ein UNO-Sprecher gestern (Ortszeit) in New York.

Das Lager in Munigi im Osten des Landes sei wieder unter Kontrolle von Soldaten der UNO-Kongo-Mission MONUSCO, die Lage sei ruhig. Die zeitweilig festgesetzten UNO-Mitarbeiter seien wohlauf.

Die UNO machte zunächst keine Angaben dazu, ob den Geiselnehmern Zugeständnisse gemacht wurden. Auch zur Nationalität der Geiseln gab es vorerst keine Angaben.

Ex-Rebellen in Flüchtlingslager

In dem Flüchtlingslager in Munigi leben etwa 530 frühere Rebellen aus dem Bürgerkriegsland Südsudan. Sie waren über die Grenze in die DR Kongo geflohen, als im Juli in der südsudanesischen Hauptstadt Juba schwere Kämpfe tobten.

Vor ihrer Aufnahme in das Lager hatten sie ihre Waffen abgeben müssen. Die Insassen des Flüchtlingslagers fordern bereits seit Monaten ihre Umsiedlung. Die UNO konnte aber kein anderes Aufnahmeland finden.

Der Südsudan war 2011 vom Sudan unabhängig geworden. Im Dezember 2013 brach in dem neu gegründeten Land ein blutiger Konflikt aus, in dem Zehntausende Menschen getötet wurden. Rund 3,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.