Britisches Parlament macht Weg für Neuwahl frei

Die Briten wählen am 8. Juni vorzeitig ein neues Parlament. Die Abgeordneten des Unterhauses stimmten heute in London mit großer Mehrheit dem Antrag von Premierministerin Theresa May zu.

Sie will mit einem deutlichen Sieg mehr Rückendeckung für die anstehenden „Brexit“-Verhandlungen gewinnen. 522 Abgeordnete stimmten für die Neuwahl im Juni, 13 dagegen.

Corbyn misstraut May

Der Abstimmung war ein Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition vorausgegangen. Labour-Chef Jeremy Corbyn bezeichnete May als „eine Premierministerin, der man nicht trauen kann“. Sie habe zuvor immer wieder betont, dass es keine Neuwahl geben werde.

Dennoch begrüße seine Partei mehrheitlich den vorgezogenen Urnengang. Umfragen sehen einen großen Vorsprung für die regierenden Konservativen und Labour in einem historischen Tief.

Den „Brexit“-Fahrplan dürfte die Neuwahl wohl doch ein wenig verzögern: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rechnet mit einem Start der Verhandlungen nun erst nach dem 8. Juni. Das teilte sein Sprecher nach einem Telefonat Junckers mit May mit. Die Gespräche hätten am 22. Mai beginnen sollen, sobald die EU ihre Vorbereitungen abgeschlossen hat.