Uganda beendet Jagd auf Rebellenführer Joseph Kony

Das ugandische Militär hat das Ende der Jagd auf den Rebellenführer Joseph Kony in der Zentralafrikanischen Republik erklärt. Die Mission sei erfolgreich verlaufen, teilte Militärsprecher Richard Karemire gestern mit. Mit weniger als 100 Kämpfern sei die Lord’s Resistance Army (LRA) schwach, erklärte Karemire. Die „Gottesarmee“ stelle keine bedeutende Gefahr mehr für Uganda dar. Kony befinde sich weiter auf der Flucht.

Der Anführer der „Gottesarmee“ begann in den 1980er Jahren einen der brutalsten Konflikte Afrikas gegen die Regierung Ugandas. Durch den Terror der LRA wurden Zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Im Norden Ugandas wütete die Miliz bis 2005. Die LRA war seither im Südsudan, Kongo und der Zentralafrikanischen Republik aktiv.

1.500 ugandische Soldaten im Einsatz

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Kony durch eine Onlinekampagne einer Hilfsorganisation 2012 bekannt. Eine Dokumentation auf YouTube über den Kriegsverbrecher wurde millionenfach angeklickt.

Ein ehemaliger leitender Kommandant der Miliz, Dominic Ongwen, muss sich indes wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Ongwen hatte sich Anfang 2015 US-Truppen in Zentralafrika ergeben. Insgesamt waren Karemire zufolge bis zu 1.500 ugandische Soldaten im Einsatz in Zentralafrika. Der Abzug soll in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.