Medienregulierer suchen Kontakt zu YouTube-Branche

„RTR und KommAustria go YouTube“ - unter diesem Motto bemühen sich die heimischen Medienregulierer um einen Brückenschlag zwischen den Kreativen, die über Plattformen wie YouTube ihr Publikum suchen, und den zuständigen Behörden.

„Wir wollen Awareness schaffen und über die Rechtslage informieren, die auch für eine große Zahl von YouTube-Angeboten schlagend wird“, skizzierte RTR-Chef Alfred Grinschgl bei einer Veranstaltung heute in Wien das Vorhaben der Medienbehörden.

Gerade für Jugendliche seien Bilder und Videos die zentralen Kommunikations- und Ausdrucksformen, erinnerte man bei der Veranstaltung an einschlägige Studien.

Besonders Kreative würden die geltenden Regeln für die Verbreitung von fernsehähnlichen Inhalten als Einschränkung ihrer Freiheiten erleben, erläuterte die stellvertretende Vorsitzende der KommAustria, Susanne Lackner, an die europaweit geltenden Grundvorschriften für audiovisuelle Abrufdienste.

Medienumbrüche und die Medienregulierer

„Ist mein Auftritt als Abrufdienst qualifiziert, dann kommen für mich Fragestellungen wie Werbung, Jugendschutz oder Fragen der Menschenwürde auf mich zu“, so Lackner, die auch auf die Schwierigkeit von Medienumbrüchen für die Medienregulierer Bezug nahm.

Schlüsselkriterium, das für die Behörde in der Bewertung eines Angebots zum Tragen komme, sei die Fernsehähnlichkeit, für die man mittlerweile einen breiten Anforderungskatalog entwickelt habe. Entscheidend, so Lackner an die Adresse neuer Plattformgestalter auf YouTube: „Reguliert wird nicht YouTube, reguliert werden jene Abrufdienste, die über YouTube angeboten werden.“

Dass auf „Influencer“ auf YouTube auch zahlreiche rechtliche Aspekte im Bereich der Vermarktung zukommen, daran erinnerte KommAustria-Jurist Michael Truppe. Geld zu verdienen, so sein Vortrag, sei gerade beim Einbinden von Produkten in seine Clips ein durchaus heikler Spießrutenlauf.

Wie erreicht man sein Publikum?

Welche Erfahrungen professionelle Anbieter auf YouTube machen, erläuterten zahlreiche Betreiber von YouTube-Kanälen, etwa Styria-One-Media, Vice und die neue ARD-ZDF-Plattform „funk“.

Bevor man freilich mit YouTube Geld verdienen kann, muss man sein Publikum erreichen, das sich für viele Anbieter in der schwierig zu erreichenden Altersklasse 14 bis 24 bewegt.

„Authentisch sein, Fehler on Air machen - und den Leuten sagen, was man meint“: So brachte der heimische Social-TV-Star Max Ratzenböck „seine“ YouTube-Erfahrung auf den Punkt. „Harald Schmidt für Gymnasiasten“ sei er keiner wie in der Veranstaltung angekündigt. „Harald Schmidt kennt in dieser Zielgruppe niemand mehr“, so Ratzenböck: „Deshalb bin ich eher Max Ratzenböck für Hauptschüler.“