Vietnam will 20.000 Familien in Mekong-Delta umsiedeln

Aus Sorge vor weiteren Erdrutschen will Vietnam im Delta des Mekong nach Medienberichten 20.000 Familien umsiedeln. Laut diesen besteht in der südvietnamesischen Provinz An Giang auf einer Strecke von 30 Kilometern akute Gefahr, dass Häuser in den Fluss abrutschen.

Die Tageszeitung „Thanh Nien“ berichtete heute, dass insgesamt etwa 100 Immobilien gefährdet sind.

Am Wochenende wurden bereits 16 Häuser von Erd- und Wassermassen getroffen. Der stellvertretende Leiter des Instituts für Klimaforschung an der Universität Can Tho, Le Anh Tuan, sagte der Zeitung „VN Express“: „Im gesamten Mekong-Delta besteht die Gefahr von Erdrutschen und Erosion.“

Dämme treiben Erosion voran

In der Gegend wird auf riesigen Flächen Reis angebaut. Etwa die Hälfte der vietnamesischen Reisproduktion stammt von dort. Die Erosion wird nach Tuans Angaben durch Dämme und Stauseen am Oberlauf des Flusses sowie den Abbau von Sand verschärft.

Der Mekong ist mit mehr als 4.300 Kilometern einer der längsten Flüsse der Welt. Er mündet ins Südchinesische Meer. In seinem Delta leben insgesamt etwa 17 Millionen Menschen. Befürchtet wird, dass durch den Klimawandel immer mehr Salzwasser ins Landesinnere gelangt und große Teile des Flusses verschwinden.