Bericht: Österreichische Aktivisten auf Lesbos festgenommen

Die griechische Polizei hat heute ein besetztes Gebäude auf der Insel Lesbos geräumt und dabei mehrere Migranten sowie Aktivisten festgenommen, darunter angeblich auch Österreicher. Das berichteten das Nachrichtenportal Embrosnet.gr sowie der staatliche Radiosender. Die Organisation No Border teilte auf Twitter mit, dass das Gebäude in der Früh geräumt worden sei.

„Alle im Gebäude wurden festgenommen und auf die Polizeistation in (der Inselhauptstadt, Anm.) Mytilini gebracht“, hieß es in dem Tweet. Laut den griechischen Medienberichten wurden 23 Migranten aus dem Iran, Afghanistan, dem Irak und Pakistan festgenommen.

Gebäude seit Monaten besetzt

Weiters seien sechs Deutsche, zwei US-Amerikaner sowie Aktivisten aus Österreich, Spanien, und Griechenland festgenommen worden. Am Nachmittag wurden die Festgenommenen offenbar sukzessive wieder freigelassen, wie No Border über ihren Twitter-Account mitteilte. „Die Leute werden angeklagt und sollen sich in fünf Monaten bei Gericht melden.“

Aus dem österreichischen Außenministerium hieß es, die Botschaft in Athen habe Kontakt zu den griechischen Sicherheitsbehörden aufgenommen. Es gebe aber weiter keine Erkenntnisse, ob sich unter den Festgenommenen auch Österreicher befinden.

Die Aktivisten der Organisation No Border hielten seit Monaten ein altes und seit Jahren verlassenes Gebäude einer Bank besetzt und hatten es zu einer Art wildem Flüchtlingslager verwandelt. Bereits am Vortag hatte der Stadtrat der Inselhauptstadt Mytilini gegen eine von verschiedenen Aktivisten organisierte Aktion protestiert.