Italiens PD wählt Vorsitzenden: Renzi plädiert für Neustart

Die Demokratische Partei (PD), die Gruppierung um Italiens Ex-Premier Matteo Renzi und stärkste Einzelkraft im italienischen Parlament, wählt morgen in Vorwahlen ihren neuen Parteichef. Der 42-jährige Renzi hofft, den Posten des PD-Vorsitzenden zurückzuerobern, den er bis vergangenen Februar bekleidet hatte.

Drei Kandidaten im Rennen

10.000 Wahlstellen wurden in ganz Italien eingerichtet, um die Stimmen der Wählerschaft zu sammeln. Der neue Parteivorsitzende wird im Rahmen von Vorwahlen gewählt, die in ganz Italien stattfinden werden. Alle italienischen Wähler können an den PD-Vorwahlen teilnehmen, sie müssen dafür einen Beitrag von zwei Euro entrichten.

Drei Kandidaten gehen ins Rennen um den PD-Vorsitz. Renzi ist der klare Favorit. Er duelliert sich mit Justizminister Andrea Orlando und dem Präsidenten der süditalienischen Region Apulien, Ex-Staatsanwalt Michele Emiliano.

Renzi ruft zur Wahl auf

Der bis Dezember als Premier amtierende Renzi rief die Italiener zum Ende der Wahlkampagne auf, sich stark an den Vorwahlen zu beteiligen. Morgen werde nicht nur über den PD-Chef der nächsten vier Jahre, sondern auch den Premierkandidaten des Mitte-links-Lagers bei den nächsten Parlamentswahlen entschieden, die spätestens im Frühjahr 2018 stattfinden, argumentierte der Ex-Regierungschef. Nach einer schwierigen Phase müsse die PD neu starten, so Renzi.

Renzi befürchtet eine niedrige Wahlbeteiligung. Lediglich eine Million Wähler wird sich laut Medienprognosen an den Vorwahlen beteiligen. Das liegt klar unter den 2,8 Millionen, die Renzi im Dezember 2013 zum neuen PD-Chef gekürt hatten.