Venezuela verweigert ORF-Reporter Einreise

Dem USA-Korrespondenten des ORF, Ernst Kernmayer, ist am Wochenende die Einreise nach Venezuela verweigert worden. Kernmayer kam am Sonntag aus Miami in der Hauptstadt Caracas an, wurde nicht ins Land gelassen und musste schließlich nach rund 24 Stunden Zwangsaufenthalt auf dem Flughafen wieder abreisen.

Ministerium erlaubte Einreise nicht

Damit wurde er an der Ausübung seiner journalistischen Tätigkeit gehindert, so der ORF. Kernmayer war zuerst bei der Passkontrolle fünf Stunden aufgehalten worden. Dann teilten ihm die Behörden mit, dass er nicht ins Land dürfe. Der Grund: Das Ministerium für Kommunikation und Information genehmigte seine Einreise nicht.

Ein Gespräch mit der österreichischen Vertretung in Caracas hätten die zuständigen Beamtinnen an der Grenzstelle abgelehnt, so der ORF. Kernmayer musste daraufhin unter ständiger Bewachung im Transitbereich auf seinen Abflug warten. Seinen Pass hatten bis zur Abreise Beamte der Immigrationsbehörde behalten.

„Alle Bedingungen erfüllt“

Kernmayer hatte laut ORF „alle Bedingungen erfüllt, die auf der Homepage des Kommunikationsministeriums für die Arbeit von sogenannten ‚enviados especiales‘ in Venezuela, also bis zu drei Monate im Land tätigen Journalisten, angeführt werden“. Der Korrespondent war bereits im Juli des Vorjahres nach denselben Kriterien für den ORF in Venezuela gewesen.

Damals habe das venezolanische Kommunikationsministerium den Erhalt der Unterlagen bestätigt - und auch dieses Mal sei das der Fall gewesen. Eine gesonderte Akkreditierung sei damals nicht nötig gewesen. ORF-TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher sieht in dem Vorfall nicht zuletzt in Zusammenhang mit dem heutigen Tag der Pressefreiheit Brisanz. „Das aktuelle Beispiel Venezuela zeigt, dass die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten weltweit immer wieder mit Einschränkungs- oder Verhinderungsversuchen konfrontiert ist.“