„Kurier“: Vier Ex-BH-Soldaten in Ukraine-Krieg

Vier ehemalige Soldaten des Jägerbataillon 18 des österreichischen Bundesheers haben in der Ukraine gekämpft, unter ihnen der am vergangenen Wochenende festgenommene Benjamin F. Das berichtet der „Kurier“ in seiner Sonntag-Ausgabe. Das Bataillon, das in St. Michael in der Steiermark Soldaten für Auslandseinsätze vorbereitet, gilt als Vorzeigeeinheit.

Nachforschen „nicht unsere Aufgabe“

Zumindest zwei der vier Soldaten wären desertiert. Das Bundesheer bestätigte ihr Fernbleiben. Ihr Dienstverhältnis wurde deshalb beendet, sie wurden angezeigt und rechtskräftig verurteilt. Nachzuforschen, was die Soldaten während dieses unerlaubten Fernbleibens getan haben, „ist nicht unsere Aufgabe“, sagte der Pressesprecher des Verteidigungsministeriums, Oberst Michael Bauer.

Diese Soldaten hätten offenbar das Bundesheer verlassen, ihr Verhalten könne „dem Bundesheer nicht angelastet werden“, argumentierte Bauer. Für ihn bleibe das Jägerbataillon 18 „ein sehr guter Verband“.

Mitkämpfer verteidigt F.: Nur Sanitäter

F. sitzt in Polen in Haft. Er war vergangenes Wochenende verhaftet worden, als er Polen in Richtung der Ukraine verlassen wollte. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hatte aufgrund des Vorwurfs wegen „Kriegsverbrechen gegen Personen“ im Ukraine-Konflikt einen Europäischen Haftbefehl gegen den Österreicher ausgestellt.

Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, Zivilisten und Soldaten, „die sich bereits ergeben hatten“, getötet zu haben. Mitkämpfer verteidigen F. Er sei lediglich als Sanitäter beteiligt gewesen.