Cyberattacke: „Weniger als ein Dutzend Fälle“ in Österreich

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In einer beispiellosen Cyberattacke haben Hacker weltweit Zehntausende Computer lahmgelegt und zahllose Unternehmen und Behörden blockiert. Die europäische Polizeibehörde Europol sprach gestern von einem Hackerangriff „bisher beispiellosen Ausmaßes“.

Die französische Polizei berichtete von „mehr als 75.000 Opfern“ weltweit. Betroffen waren die Deutsche Bahn, der spanische Telefonriese Telefonica sowie Ministerien, Banken und Eisenbahn in Russland. Ein weiterer Angriffsschwerpunkt lag anscheinend in Indien.

Spitäler nehmen Betrieb wieder auf

In Großbritannien hatte die Attacke das Gesundheitssystem teilweise lahmgelegt. Innenministerin Amber Rudd sagte, nahezu alle betroffenen Krankenhäuser hätten ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Der französische Autokonzern Renault musste den Betrieb in einigen Werken stoppen, als „Schutzmaßnahme, um eine Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern“. Beim Partner Nissan war die Produktion im britischen Werk Sunderland beeinträchtigt.

Auch Österreich betroffen

In Österreich gab es vorerst „weniger als ein Dutzend Fälle“, sagte Vincenz Kriegs-Au, Pressesprecher des Bundeskriminalamts (BK). Angegriffen wurden laut Angaben Firmen aus verschiedenen Branchen - etwa ein Hotel und ein Technologieunternehmen. Betroffene sollten auf jeden Fall Anzeige erstatten, so der Sprecher.

Insgesamt befiel die Software mit dem Namen WannaCry Zehntausende Computer in rund hundert Ländern. Sie verbreitete sich stündlich millionenfach weiter, verschlüsselte Daten und legte die Rechner damit lahm. Die Täter wollen damit Geld erpressen.

Angriffe in mehr als 100 Ländern

Der Chefexperte der in Helsinki ansässigen Cybersicherheitsfirma F-Secure, Mikko Hypponen, nannte die Attacke den „größten Schadsoftwareausbruch in der Geschichte“ mit 130.000 betroffenen Computersystemen in mehr als hundert Ländern. Zunächst unklar blieb, ob sich die weltweite Angriffswelle fortsetzte oder abebbte. „Wir sind noch in der Analysephase“, sagte der Experte Laurent Marechal von der Computersicherheitsfirma McAfee.

Die Täter nutzten eine bereits bekannte Schwachstelle im Betriebssystem Windows aus. Der Windows-Anbieter Microsoft hatte bereits im März ein Sicherheitsupdate bereitgestellt, das die Lücke schließt.

Microsoft stellt Updates bereit

Nun veröffentlichte Microsoft für seine Nutzer eine Anleitung zum Schutz ihrer Systeme und ging nach eigenen Angaben außerdem den „äußerst ungewöhnlichen Schritt“, ein Sicherheitsupdate für ältere Windows-Versionen wie Windows XP bereitzustellen, die normalerweise nicht mehr gewartet werden. Nach Angaben von Computerexperten sind etwa Russland und Indien deshalb besonders betroffen, weil XP dort noch weit verbreitet ist.