Umgang mit Nutzerdaten: Strafe gegen Facebook verhängt

Eine französische Behörde hat gegen Facebook wegen Gesetzesverstößen beim Datenschutz eine Strafe in Höhe von 150.000 Euro verhängt. Die Pariser Datenschutzaufsicht CNIL warf dem US-Unternehmen in einer Mitteilung heute unter anderem vor, dass User der „massiven Kombination“ ihrer Daten durch Facebook nicht widersprechen könnten.

Konzern soll auch Daten von Nicht-Facebook-Usern sammeln

Facebook verknüpfe die Daten, um den Usern gezielte Werbung anzeigen zu können. Die Behörde hatte Facebook Anfang 2016 öffentlich aufgefordert, sich an die geltenden französischen Vorschriften zu halten. Das Unternehmen habe aber keine zufriedenstellenden Antworten gegeben.

Facebook widerspricht Pariser Datenschutzaufsicht

Facebook nahm die Entscheidung in einer Stellungnahme zur Kenntnis und widersprach der Einschätzung der CNIL. „Facebook respektiert seit Langem das europäische Datenschutzgesetz“, teilte ein Sprecher mit. Man sei weiterhin bereit, mit der Behörde zu diesen Fragen zu arbeiten. Facebook kann gegen die Entscheidung innerhalb von vier Monaten Einspruch beim Staatsrat einlegen, dem obersten Verwaltungsgericht Frankreichs.

Die Datenschützer bemängelten auch, dass Facebook nicht präzise genug darüber informiere, dass es auf anderen Webseiten Daten zum Surfverhalten von Internetnutzern sammle, die kein Konto bei dem Onlinenetzwerk haben. Zudem hole Facebook nicht das ausdrückliche Einverständnis seiner User ein, wenn diese in ihrem Profil sensible Daten etwa zu politischen und religiösen Einstellungen oder zur sexuellen Orientierung angeben.

Höchstmögliche Strafe

150.000 Euro ist die höchstmögliche Strafe, die die Behörde verhängen kann. Facebook kann gegen die Entscheidung innerhalb von vier Monaten Einspruch beim Staatsrat einlegen, dem obersten Verwaltungsgericht Frankreichs.