Sechs Tote bei Angriff auf Staatssender in Afghanistan

Bei einem Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf einen staatlichen Fernsehsender in der ostafghanischen Großstadt Dschalalabad sind zehn Menschen getötet worden, darunter die vier Attentäter. Die Opfer waren vier Angestellte des Senders - zwei Techniker, ein Fahrer und ein Wächter - sowie zwei Polizisten, sagte der Gouverneur der Provinz Nangarhar, Mohammed Gulab Mangal, heute.

Die Provinzregierung habe Informationen zu einem bevorstehenden Anschlag gehabt, sagte Mangal. Die Sicherheitskräfte hätten deshalb schnell reagieren und mehr Opfer verhindern können. Die Angreifer hätten Mörsergranaten und Schnellfeuerwaffen bei sich gehabt.

Stundenlange Gefechte

Ein Wagen habe vor dem Sender gestoppt, mehrere Angreifer seien herausgesprungen und hätten sofort zu schießen angefangen. Einer der Angreifer habe am Tor eine Sprengstoffweste gezündet, drei seien in das Haus eingedrungen, sagte Gouverneur Mangal. Vier Mitarbeiter des Senders seien während der Gefechte aus dem umkämpften Haus gerettet worden. Erst nach drei Stunden konnten Sicherheitskräfte den letzten Angreifer ausschalten.

Die Terrormiliz IS bekannte sich über ihr Sprachrohr Amak zu der Tat. Die Provinz Nangarhar ist die Basis der in Afghanistan recht neuen und noch kleinen Gruppe. Die USA fliegen seit mehr als einem Jahr kontinuierlich Luftangriffe auf ihre Stellungen, konnten sie aber bisher nicht auslöschen. Erst vor etwas mehr als einem Monat hatten sie die größte nicht nukleare Bombe in ihrem Arsenal auf IS-Stellungen in Nangarhar abgeworfen.