Temer fordert Ermittlungsstopp gegen ihn

Nach neuen Enthüllungen um Schmiergeldzahlungen will Brasiliens Präsident Michel Temer weiterhin nicht zurücktreten. Er forderte stattdessen, dass die Ermittlungen gegen ihn ausgesetzt werden. In einer Stellungnahme griff der konservative Politiker am heute in Brasilia den Unternehmer Joesley Batista, Besitzer des weltgrößten Fleischkonzerns JBS, scharf an. Die Mitschnitte eines Gesprächs seien manipuliert, er habe keine Absprachen über Schweigegeld getroffen.

„Ich mache weiter an der Spitze dieser Regierung“, sagte Temer. Wegen der aus seiner Sicht zweifelhaften Beweismittel will er den Obersten Gerichtshof um eine Suspendierung der Ermittlungen bitten. Temer ist auf den Aufnahmen, die Batista heimlich machte, schwer zu verstehen.

Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot ermittelt gegen Temer wegen Behinderung der Justiz, Korruption und organisierter Kriminalität.

Beschuldigungen gegen JBS

Zudem beschuldigte Temer in der Stellungnahme JBS eines kriminellen Insiderhandels. Demnach soll sich das Unternehmen mit Millionen Dollar eingedeckt haben, bevor durch Batistas Veröffentlichungen die Börse in Brasilien am Donnerstag abstürzte und der Real im Vergleich zum Dollar dramatisch an Wert verlor. Tatsächlich gibt es Hinweise auf solche Geschäfte.

„Er hat das perfekte Verbrechen begangen“, sagte Temer über Batista. „Er hat uns Brasilianer betrogen und nun lebt er in den USA." Batista, dem auch der bekannte Flip-Flop-Hersteller Havaianas gehört, ist laut Berichten in seine Wahlheimat New York ausgereist.