Macron und Juncker für Reform von EU-Entsenderichtlinie

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen die Regeln zur Entsendung von Arbeitern zwischen den Mitgliedsländern rasch reformieren. In der EU dürfe es kein Sozialdumping geben, sagte Juncker heute nach einem bilateralen Treffen in Brüssel. Das Prinzip sollte lauten, dass es gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort gebe.

Macron kritisierte, dass die aktuellen Regeln die EU schwächten und zu Ergebnissen wie etwa dem „Brexit“ führten. Die EU-Staaten sind bei dem Thema entzweit. Viele ärmere Länder, etwa aus Osteuropa, sperren sich gegen die Pläne zur Eindämmung von Lohndumping.

Auch Österreich für strengere Regeln

Aus Rumänien und Bulgarien entsandte Bauarbeiter erhalten beispielsweise oft nur einen Bruchteil des Lohns ihrer Kollegen auf deutschen und österreichischen Baustellen. Einige reichere Länder in der EU wollen das ändern.

Die Verhandlungen stocken, seitdem die EU-Kommission im März 2016 einen Vorschlag vorgelegt hat. Kommenden Monat stehen neue Beratungen an. Länder wie Österreich drängen auf eine striktere Durchsetzung von Kontrollen gegen Lohn- und Sozialdumping.