Zehntausende bei „Marsch der Würde“ in Madrid

In Madrid haben gestern Zehntausende Menschen für menschenwürdige Arbeitsbedingungen demonstriert. Der „Marsch der Würde“ richtete sich gegen die Arbeitsmarktpolitik der konservativen spanischen Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy.

„Brot, Arbeit, Dach und Gleichheit“

Die Demonstranten, die aus dem ganzen Land zusammengeströmt waren, trugen ein Spruchband mit der Aufschrift „Brot, Arbeit, Dach und Gleichheit“ vor sich her. Sie prangerten „miserable Arbeitsbedingungen“ und „winzige Löhne“ an.

Zu der Demonstration hatten Dutzende Gewerkschaften und linksgerichtete Organisationen aufgerufen. Die Kundgebung solle „zeigen, dass das idyllische Spanien, das sie uns verkaufen wollen, nicht das ist, was wir kennen“, sagte Mitorganisator Victor Jimenez in einer Videobotschaft.

Arbeitsmarkt 2012 reformiert

Der Protestzug richtete sich unter anderem gegen eine Arbeitsmarktreform von Rajoys Regierung im Jahr 2012, durch die Abfindungszahlungen bei Kündigungen drastisch reduziert und Massenentlassungen ohne wirtschaftliche Gründe erlaubt wurden.

Die Reform sorgte zwar für einen Rückgang der hohen Arbeitslosenzahlen, allerdings haben viele Menschen trotz ihrer Arbeit nicht genug Geld zum Leben. Rajoy, der mittlerweile eine Minderheitsregierung führt, hat immer ausgeschlossen, die Reform rückgängig zu machen.