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Truppen vermelden Fortschritte

Bei ihrer Offensive auf mehrere noch von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierte Stadtviertel von Mossul im Irak kommen die Regierungstruppen nach eigenen Angaben voran. Die Soldaten seien inzwischen bis in die Zielgebiete vorgedrungen, teilte ein Sprecher des Einsatzkommandos am Montag mit.

Erneut warfen irakische Militärflugzeuge Flugblätter ab, die die Bewohner zur Flucht aufforderten. Der Westteil der zweitgrößten irakischen Stadt ist die letzte Hochburg des IS in dem Land. Die Dschihadisten hatten Mossul im Sommer 2014 unter ihre Kontrolle gebracht. Die irakische Armee startete im Oktober 2016 die Rückeroberung.

Einheiten rücken auf drei Stadtviertel vor

Der Ostteil der durch den Fluss Tigris geteilten Stadt ist bereits seit Jänner wieder unter Kontrolle der Regierung, die Offensive zur Rückeroberung des Westteils begann im Februar. Mittlerweile sind nach irakischen Angaben fast 90 Prozent der Stadt zurückerobert. Derzeit kämpfen sich irakische Einheiten durch die Stadtviertel al-Schifaa, al-Sindschili und al-Saha al-Ula nördlich der Altstadt. Dort sollen sich noch bis zu 250.000 Zivilisten aufhalten.

Soldaten mit Fahrzeugen im zerstörten Mossul

APA/AFP/Karim Sahib

Die Soldaten sind laut Einsatzkommando bis in die Zielgebiete vorgedrungen

Altstadt für IS von symbolischer Bedeutung

Auch die Altstadt wird in weiten Teilen noch vom IS kontrolliert. Dichte Bebauung und enge Gassen erschweren das Vorrücken. Nach Angaben des Einsatzkommandos stießen die irakischen Truppen auf erbitterten Widerstand des IS. Die Dschihadisten bekämpften diese mit Selbstmordattentätern, Heckenschützen und mit Sprengstoff bestückten Fahrzeugen, sagte ein Militärsprecher.

Zerstörung in Mossul

Reuters/Alkis Konstantinidis

Die Stadt bietet ein Bild der Zerstörung

Im historischen Zentrum von Mossul liegt die Al-Nuri-Moschee. Sie hat für den IS große symbolische Bedeutung, denn dort war IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi im Juli 2014 das einzige Mal öffentlich aufgetreten. Dabei hatte er das „Kalifat“ des IS in Teilen des Irak und im benachbarten Syrien proklamiert und Muslime aufgerufen, seinen Anweisungen Folge zu leisten.

Hunderttausende Flugblätter abgeworfen

Flugzeuge warfen zum zweiten Mal binnen einer Woche Hunderttausende Flugblätter über den umkämpften Stadtvierteln ab. Auf ihnen wurden die verbliebenen Einwohner aufgefordert, die vom IS kontrollierten Gebiete über „gesicherte Korridore“ in Richtung der Regierungstruppen zu verlassen. Die Hilfsorganisation Save the Children hatte das zuletzt scharf kritisiert, weil sich die Menschen beim Verlassen der Stadt der Gefahr gezielter Angriffe aussetzen könnten.

Irakische Flüchtlinge in einem Camp

Reuters/Alkis Konstantinidis

Einwohner verlassen das Kampfgebiet

Die Schlacht um Mossul setzte der Zivilbevölkerung bereits hart zu. Seit dem Beginn der Offensive gegen den IS im Oktober haben mehr als 500.000 Menschen die Flucht ergriffen, es gab Hunderte Tote und Verletzte. Der irakische Fotograf Ali Arkadi dokumentierte, dass auch auf der Seite der Regierungstruppen Menschen gefoltert wurden. Das Innenministerium in Bagdad leitete eine Untersuchung ein.

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