EU-Kommission bleibt bei Urteil über Glyphosat

Die EU-Kommission bleibt vorerst trotz neuer Warnungen bei ihrem Urteil über das Pestizid Glyphosat. Der Krebsforscher Christopher Portier hatte zuletzt gewarnt, dass sich die EU in ihrem Urteil, dass die Krebsgefahr durch Glyphosat „unwahrscheinlich“ sei, zu sehr auf möglicherweise geschönte Gutachten der Hersteller verlassen hatte.

Die EU-Kommission will die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) jedoch zu Antworten auf Portiers Bedenken auffordern. Vorerst gebe es jedoch keinen Grund, die „wissenschaftlichen Bewertungen und Schlussfolgerungen zu Glyphosat infrage zu stellen“, so die EU-Kommission auch unter Verweis auf analoge Einschätzungen etwa der Weltgesundheitsorganisation und Behörden etwa in Kanada, Australien und Japan.

Portier hatte sich in einem offenen Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gewandt, nachdem er in Krebsstudien der Hersteller zum umstrittene Herbizid Glyphosat acht noch unberücksichtigte Tumorbefunde in Fütterungsstudien mit Mäusen und Ratten gefunden hatte.

Der Krebsforscher fordert in seinem Schreiben unter anderem, dass die neuen Tumorbefunde Eingang in die Bewertung von Glyphosat finden und dass die EFSA im Sinne der wissenschaftlichen Transparenz alle Rohdaten öffentlich zugänglich machen sollte.