Vucic als serbischer Präsident angelobt

Der bisherige serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic (47) hat heute im Parlament in Belgrad den Amtseid als neues Staatsoberhaupt abgelegt. Der mächtige Politiker war im letzten April mit 55 Prozent der Stimmen gewählt worden. Der bisherige Amtsinhaber Tomislav Nikolic war nicht mehr zur Wahl angetreten.

Angelobung von Aleksandar Vucic zum Präsidenten Serbiens

Reuters/Marko Djurica

Innerserbischer Dialog zum Kosovo angekündigt

In seiner Rede bezeichnete Vucic die Wahrung von Frieden und Stabilität in Serbien und der Region als Grundpfeiler seiner künftigen Aktivitäten. Er werde die militärische Neutralität des Landes - zu der sich Serbien vor Jahren verpflichtet hatte - wahren, versprach Vucic.

Er werde „immer“ zu Gesprächen mit den Kosovo-Albanern bereit sein, so der neue Präsident. Außerdem wolle er einen innerserbischen Dialog zur Kosovo-Frage aufnehmen.

Opposition boykottierte Antrittsrede

Vor dem Parlament hatten sich einige tausend Anhänger der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) versammelt. Vucic selbst sprach gar von 20.000 Menschen, die „aus allen Landesteilen“ anlässlich seiner Angelobung nach Belgrad gereist seien.

Von oppositionellen Abgeordneten wurde die Parlamentsrede des neuen Präsidenten jedoch boykottiert. Sie werfen ihm die Gängelung von Justiz und Medien vor, was das neue Staatsoberhaupt immer bestritten hatte. Für den Abend kündigten Anhänger und Gegner von Vucic Demonstrationen an.