Schönheitsklinik gehackt: 25.000 Fotos im Netz

Eine von internationaler Kundschaft besuchte Schönheitsklinik im litauischem Kaunas ist Medienberichten zufolge Opfer eines umfangreichen Hackangriffs geworden. Wie der britische „Guardian“ unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, seien gestern über 25.000 Fotos, darunter etliche Nacktaufnahmen, sowie andere persönliche Daten von Patientinnen und Patienten im Netz gelandet.

Die genaue Zahl der Betroffenen ist den Angaben zufolge noch offen. Laut „Daily Mail“ sind in dem gestohlenen Datensatz 1.500 Patienten aus Großbritannien sowie etliche Prominente verzeichnet. Wie Patienten aus über 60 weiteren Ländern seien auch diese von einer als „Tsar Team“ auftretenden Hackergruppe zur Zahlung von 50 bis 2.000 Euro in Bitcoin erpresst worden.

Offen ist, wann der Hackangriff auf die Grozio-Chirurgija-Klinik erfolgte. Wie die Polizei laut „Guardian“ berichtete, habe es bereits im März einen ersten Erpressungsversuch gegeben. Für den gesamten Datensatz wurden damals offenbar 300 Bitcoin gefordert - diese Summe sei nun auf 50 Bitcoin reduziert worden, was derzeit einem Gegenwert von rund 100.000 Euro entspricht.

Erinnerung an „WannaCry“-Attacke

Die laut Grozio-Chirurgija-Direktor Jonas Staikuna „entsetzte“ Kundschaft wird derzeit über die Klinikwebsite aufgefordert, nicht auf die Lösegeldzahlungen einzugehen. Gewarnt wird zudem davor, vom „Tsar Team“ gesendete Mails bzw. deren Anhänge zu öffnen. Wer bereits in Kontakt mit den Erpressern sei, wurde zudem aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden.

Erst Mitte Mai hatte die weltweite „WannaCry“-Attacke unter anderem für heftige Debatten über Datensicherheit im Gesundheitssystem gesorgt. Zwar wurden bei der Cyberattacke offenbar keine Patientendaten gestohlen - allein in Großbritannien, wo die Attacke ihren Anfang nahm, legte „WannyCry“ aber Dutzende Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen lahm.