Kabul-Anschlag: Elf Terroristen sollen hingerichtet werden

Nach dem schweren Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit mindestens 90 Toten und rund 460 Verletzten will Präsident Ashraf Ghani elf Terroristen hinrichten lassen. Ein entsprechendes Dekret habe er heute unterzeichnet, sagte eine Palastquelle, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Der Sender Tolo TV berichtete, dass auf der Liste in afghanischen Gefängnissen sitzende Kämpfer der radikalislamischen Taliban sowie des mit den Taliban verbundenen Hakkani-Netzwerkes stünden. Der afghanische Geheimdienst NDS erklärte, der Anschlag von gestern sei vom Hakkani-Netzwerk geplant und mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI ausgeführt worden.

Pakistan weist Anschuldigungen zurück

Pakistan wies die Anschuldigung heute zurück. Afghanistan wirft Pakistan seit Jahren vor, die Hakkanis und die Taliban zu unterstützen. Das Hakkani-Netzwerk ist eine afghanische Aufständischengruppe, die eng mit den radikalislamischen Taliban zusammenarbeitet. Die Taliban sagten, sie seien an dem Anschlag nicht beteiligt gewesen.

Sie hatten in der Vergangenheit nach Hinrichtungen ihrer Kämpfer Racheanschläge verübt. Zuletzt waren im Mai 2016 sechs Mitglieder der Taliban und der Hakkani-Terrorgruppe gehängt worden.