Cardiff: Verhaftung nach automatischer Gesichtserkennung

Im südwalisischen Cardiff hat die Polizei laut Bericht des britischen Technologieportals Arstechnica einen Mann festgenommen, den sie zuvor mit einer Gesichtserkennungssoftware als gesuchten Straftäter erkannt hatte.

Laut Arstechnica handelt es sich dabei um die erste Festnahme in Großbritannien, die auf diese Technik zurückzuführen ist. Welche Straftaten dem Mann konkret zur Last gelegt werden, ist nicht bekannt, allerdings handelte es sich laut einem Polizeisprecher um einen Ortsansässigen und um kein Vergehen, das in Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale in Cardiff gestanden sei.

Pilotprojekt gegen Terrorismus

Wie bereits Ende April bekanntwurde, nutzte die britische Polizei das Champions-League-Finale für ein Pilotprojekt: Mit teilweise auf Lieferwagen montierten Kameras scannte sie die Gesichter der rund 170.000 Menschen, die aus Anlass des Fußballfinales nach Cardiff gekommen waren. Auch im Bahnhof sowie in und um das Millennium Stadium waren Kameras montiert, die die Besuchermassen filmisch abtasteten.

Bedenken von Datenschützern

Diese großteils ohne Wissen der Fans gesammelten Daten wurden wiederum mit einer Datenbank mit 500.000 Gesichtern von „Personen von besonderem Interesse“ abgeglichen - eine Maßnahme, die Datenschützer alarmierte: „Fans werden mit ‚Minority Report‘-artiger Gesichtserkennungstechnik kontrolliert“, titelte etwa kurz vor dem Spiel das britische Boulevardblatt „Mirror“ in Anspielung auf Steven Spielbergs düsteren Sci-Fi-Überwachungsthriller „Minority Report“.