Polanski-Opfer fordert vor Gericht Ende der Strafverfolgung

Roman Polanskis Opfer bei einem 1977 begangenen Sexualverbrechen hat sich vor Gericht für den polnisch-französischen Filmemacher („Der Pianist“) eingesetzt. Gestern (Ortszeit) forderte die Amerikanerin Samantha Geimer in Los Angeles die Einstellung des langjährigen Verfahrens gegen ihn. Die 54-Jährige erschien mit Polanskis Anwalt Harland Braun zu der Anhörung. Richter Scott Gordon fällte keine sofortige Entscheidung.

Polanski hatte 1977 den Missbrauch der damals 13-Jährigen in der Villa seines Freundes Jack Nicholson zugegeben und verbrachte 42 Tage in einer Haftanstalt unter psychiatrischer Beobachtung. Im Gegenzug für das Geständnis wollte der damalige Richter von einer langen Haftstrafe absehen. Unmittelbar vor der Urteilsverkündung gab es aber Zweifel an der Zusage, Polanski floh nach Frankreich und betrat die USA seitdem nie wieder.

„Weniger traumatisch“

Sie sei sich sicher, dass Polanski die Tat sofort bereut habe, sagte Geimer am Freitag vor Journalisten. Die Begegnung mit dem Regisseur beschrieb sie als „unangenehm“, aber „weniger traumatisch“, als viele angenommen hätten. „Ich war ein junger, sexuell aktiver Teenager, und es war eine beängstigende, aber keine unübliche Sache“, sagte Geimer nach der Anhörung. Viel schlimmer habe sie damals die Behandlung durch die Behörden empfunden.

Geimer stellt sich hinter einen Antrag von Polanskis Anwälten auf Beendigung der Strafverfolgung. In einem früheren Brief an die Staatsanwaltschaft hatte sie der Anklage das Vertuschen von Prozessfehlern und korrupte Machenschaften vorgeworfen.