Nach Wahlschlappe: Enge Berater von May gehen

Nach der Wahlschlappe der Konservativen bei der Parlamentswahl in Großbritannien sind die beiden Stabschefs von Premierministerin Theresa May, Nick Timothy und Fiona Hill, zurückgetreten.

Nick Timothy und Fiona Hill

APA/AP/Frank Augstein

Er übernehme die Verantwortung für seine Rolle im Wahlkampf der Konservativen, erklärte Nick Timothy heute in einem von der Website ConservativeHome veröffentlichten Schreiben. Auch Hill reichte ihren Rücktritt ein, wie ein Parteisprecher wenig später bestätigte.

Auch Mays Stuhl wackelt

Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der Parlamentswahl ist auch die politische Zukunft von Premierministerin Theresa May ungewiss. Nach einem Bericht des „Telegraph“ (Samstag-Ausgabe) eruieren Parteimitglieder wie Außenminister Boris Johnson, Innenministerin Amber Rudd und „Brexit“-Minister David Davis, ob sie als Regierungschefin ersetzt werden sollte.

Der „Sun“ zufolge wollen hochrangige Mitglieder zwar definitiv einen anderen Premier. Ein Sturz der Regierungschefin solle jedoch erst frühestens in sechs Monaten herbeigeführt werden, da sonst Labour-Chef Jeremy Corbyn an die Macht kommen könnte. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte aus Tory-Kreisen erfahren, May werde vorerst ihren Posten behalten.

Führende konservative Politiker wollten sich öffentlich nicht auf die Zukunft Mays festlegen lassen. Es sei unmöglich zu sagen, ob sie Ende des Jahres noch Regierungschefin sein werde, sagte etwa der Abgeordnete David Jones der BBC. „Theresa May ist sicherlich die stärkste Anführerin, die wir im Moment haben.“ Sein Kollege Owen Paterson sagte, man „muss sehen, wie es läuft“.

Heikler Pakt mit nordirischer Kleinpartei

May wollte sich durch die vorgezogene Wahl ein noch stärkeres Mandat für die EU-Gespräche einholen. Stattdessen verloren ihre Konservativen die absolute Mehrheit im Unterhaus und sind nun auf die Zusammenarbeit mit einer kleineren Partei angewiesen.

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