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Bedarf nur zur Hälfte gedeckt

Die Caritas macht Druck beim flächendeckenden Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung. Zwei Jahre nach der parlamentarischen Enquetekommission seien viele Empfehlungen noch nicht umgesetzt worden, bemängelte Präsident Michael Landau im April bei einer Pressekonferenz.

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„Jeder Sterbende ist ein Lebender - und zwar bis zuletzt“, bekräftigte Landau. In Österreich werde diesem Gedanken aber noch immer zu wenig Rechnung getragen. Zwar seien in den vergangenen zwei Jahren bereits „wichtige und sehr ermutigende Schritte“ gesetzt worden, doch man benötige langfristige und tragfähige Lösungen. „Zu einer Kultur des Lebens gehört auch eine Kultur des Sterbens“, sagte Landau und forderte nicht nur Bekenntnisse, sondern Taten.

Flächendeckender Ausbau gefordert

Eine Hauptforderung der Caritas ist weiterhin der flächendeckende Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung bis zum Jahr 2020. Derzeit sei der Bedarf nur zur Hälfte gedeckt, es mangle vor allem an Hospiz- und Palliativbetten, an stationären und an Tageshospizen in fast allen Bundesländern. „Das Zusammenwirken zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherungsträgern muss optimiert werden“, appellierte der Caritas-Präsident an die Verantwortlichen.

Auch die Regelfinanzierung des Hospiz- und Palliativbereichs gehört laut Landau gesichert. Bis heute sei man dabei maßgeblich auf Spenden angewiesen. Auch hier sieht die Caritas Bund, Länder und Sozialversicherung gefordert - „denn gestorben wird auch über das Jahr 2021 hinaus“. Zwar lobte Landau die Tatsache, dass im Rahmen des Finanzausgleichs zusätzliche Mittel für den Hospizbereich bereitgestellt werden. Dennoch brauche es eine langfristige Lösung.

Forderung nach Rechtsanspruch

Weiters fordert die Caritas einen Rechtsanspruch auf Hospiz. Derzeit hätten die Bürger keinen Anspruch auf professionelle Begleitung am Ende ihres Lebens. Festgelegt werden solle ein solcher Anspruch im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Auch Filmemacher Kurt Langbein bekräftigte bei der Pressekonferenz diese Forderung. Zudem wäre es an der Zeit, Grundsätze von Hospiz- und Palliative-Care in das österreichische Gesundheits- und Sozialwesen zu integrieren.

Zu Wort kam auch Konstanze Kropatschek, eine Ärztin des Mobilen Caritas Hospizes. Wichtig sei es auch, das gesamte Lebensumfeld der Betroffenen zu sehen. Sie machte darauf aufmerksam, dass Sterbebegleitung nicht bloß medizinisch zu sehen sei, denn: „Begleiten ist etwas anderes als Behandeln.“

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