Waldbrand in Portugal: Mindestens 24 Tote

Mindestens 24 Menschen sind bei einem schweren Waldbrand in Portugal ums Leben gekommen. Die Situation im betroffenen Kreis Pedrogao Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon war in der Nacht nach amtlichen Angaben sehr besorgniserregend.

Es gebe einige Dörfer, die „von den Flammen völlig eingekesselt“ seien, sagte der Bürgermeister von Pedrogao Grande, Valdemar Alves, der Zeitung „Publico“. Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren einige der späteren Todesopfer mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Andere Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. Außerdem würden mindestens zwei Personen vermisst.

Das Feuer war den Angaben zufolge gestern Nachmittag in der dünn besiedelten Region aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen. Rund 20 Verletzte, darunter sechs Feuerwehrmänner, wurden in Krankenhäuser gebracht. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mehr als 260 Feuerwehrmännern mit über 80 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, sagte Innenministeriums-Staatssekretär Jorge Gomes. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen auf den Nachbarkreis Figueiro dos Vinhos übergriffen. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es. In Portugal herrschten zuletzt Temperaturen von teilweise über 40 Grad Celsius.

Der Kreis Pedrogao Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4.000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zog in den vergangenen Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.