Mali: Tote bei Angriff auf Hotel in Hauptstadt

Bei einem Angriff auf ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako sind gestern mindestens sechs Menschen - darunter vier Angreifer - getötet worden.

Mindestens zwei weitere Menschen seien bei dem Angriff auf das Hotel in einem Vorort von Bamako verletzt worden, so das Sicherheitsministerium des Landes. 36 Menschen seien befreit worden. Eine Anti-Terror-Einheit habe nur wenige Minuten nach dem Angriff das Hotel erreicht und umzingelt - und vier Angreifer getötet.

An dem Einsatz seien Sicherheitskräfte Malis, Frankreichs, der UNO und der USA beteiligt gewesen, berichteten Augenzeugen. Dem Sicherheitsministerium zufolge konnte ein Angreifer verletzt entkommen. Ein Vertreter des Sicherheitsministeriums sagte, bei den Angreifern handle es sich vermutlich um Dschihadisten. Die UNO sprach von einem Terrorangriff.

UNO-Fahrzeug und Soldaten vor einem brennenden Hotel nahe der malischen Hauptstadt Bamako

Reuters/Reuters TV

Erst vor gut einer Woche hatte die US-Botschaft in Mali vor einer möglichen erhöhten Gefahr durch Anschläge gegen bei Ausländern beliebten Ziele in Bamako gewarnt. Man solle Orte mit schlechter Sicherheit meiden, etwa Hotels, Restaurants und Kirchen, hieß es.

Immer wieder blutige Angriffe

Im November 2015 griffen Terroristen das Radisson-Hotel in der Hauptstadt im Südwesten des Landes an. Dabei nahmen sie rund 100 Gäste als Geiseln und töteten etwa 20. Im Norden sind die Terrorgruppen Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen aktiv. Sie greifen dort immer wieder UNO-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an.

Der Norden Malis geriet 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen, sie konnten aber nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Eine UNO-Mission soll zur Umsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen beitragen.