„Brexit“-Gespräche offiziell gestartet

Erstmals verhandelt die Europäische Union über den Austritt eines Landes aus der Staatengemeinschaft. EU-Chefunterhändler Michel Barnier und der britische „Brexit“-Minister David Davis begannen ihre Gespräche heute Vormittag in der Brüsseler Zentrale der EU-Kommission.

Barnier sagte, er hoffe, in der ersten Verhandlungsrunde einen Zeitplan für die weiteren Gespräche zu erarbeiten, um den EU-Rat Ende dieser Woche darüber informieren zu können. Ziel sei es zudem, die Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen, die sich durch den „Brexit“ ergeben hätten.

„Mehr, was uns verbindet, als was uns trennt“

Davis sagte, seine Regierung strebe eine neue, tiefe und besondere Partnerschaft mit der EU an. „Es gibt mehr, was uns verbindet, als was uns trennt.“ Man werde alles für eine Einigung tun, die im besten Interesse aller Bürger sei, sowie in positiver und konstruktiver Art und Weise miteinander reden. Am Abend wollen Davis und Barnier eine gemeinsame Pressekonferenz geben.

Die Verhandlungen sollen bis Herbst 2018 abgeschlossen sein, damit die Bedingungen des Austritts bis zum Tag des Austritts am 29. März 2019 von allen Seiten abgesegnet werden können.

Premierministerin May unter Druck

Indessen kommt die britische Premierministerin Theresa May immer stärker unter Druck. War sie schon nach ihrer Wahlschlappe angezählt, kommt nun auch noch heftige Kritik an ihrem Krisenmanagement nach dem Flammeninferno in London. Einem Bericht zufolge droht rund ein Dutzend ihrer Tory-Abgeordneten mit einem Misstrauensvotum.

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