Erstmals Streik bei VW in Slowakei

Bei Volkswagen (VW) in der Slowakei wird heute erstmals seit der Werkseröffnung in Bratislava gestreikt. Gewerkschaftschef Zoroslav Smolinsky rechnet mit einer hohen Beteiligung, wie er gestern Abend sagte. 90 Prozent der 12.300 Beschäftigten würden die Arbeit niederlegen.

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung um 16 Prozent. VW hatte 4,5 Prozent mehr in diesem und 4,2 Prozent mehr im kommenden Jahr angeboten.

Streik bei VW in Bratislava

APA/AFP/Vladimir Simicek

Ein Sprecher von VW Slovakia nannte die Forderung der Gewerkschaft „inakzeptabel“. Eine Lohnerhöhung um 16 Prozent gefährde die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft des Unternehmens.

1.800 Euro Durchschnittsgehalt

VW produziert in der Slowakei unter anderem den Porsche Cayenne, den VW Touareg und den Audi Q7. Ein Angestellter verdient dort nach Unternehmensangaben im Schnitt 1.800 Euro im Monat - die Gehälter der Topmanager nicht eingerechnet. Der Durchschnittslohn in der Slowakei liegt bei 980 Euro monatlich.

VW ist der größte private Arbeitgeber im Land. In den Werken laufen täglich mehr als tausend Fahrzeuge vom Band. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt knapp 389.000. Erst am Donnerstag feierte VW das fünfmillionste Auto.