EU will Steuerberater zu Transparenz zwingen

Im Kampf gegen Steuerflucht will die EU-Kommission Steuerberater, Buchhalter, Bankiers und Anwälte zur Transparenz verpflichten. Diese müssten sich an die Behörden wenden, wenn sie den Verdacht hätten, dass Klienten von ihnen Steuern hinterziehen wollten, schlug die EU-Kommission heute in Brüssel vor.

„Steuerbehörden sollten über die notwendigen Informationen verfügen, um aggressive Steuerplanungsstrategien zu unterbinden“, sagte EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici.

Konsequenz aus Panama-Papers

Damit zieht die Brüsseler Behörde auch eine Konsequenz aus den Panama-Papers. Im Zentrum des Skandals steht die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca aus Panama. Aus öffentlich gewordenen Unterlagen geht hervor, dass zahlreiche Politiker, Sportler und andere Prominente Vermögen in Offshore-Firmen hielten.

Die Meldepflicht soll nach Vorstellungen der EU-Kommission sowohl für die Berater als auch für ihre Kunden gelten. Verdächtig wären dabei etwa Überweisungen in Steuerparadiese und Geschäfte mit Gebieten, die kaum gegen Geldwäsche vorgehen. Auch Mehrfachsteuernachlässe in unterschiedlichen Ländern nennt die EU-Kommission. Die Vorschläge können aber nur in Kraft treten, wenn die EU-Staaten zustimmen. Das Europaparlament muss angehört werden.