Türkei schickt Schiff mit Hilfsgütern nach Katar

Die Türkei hat erstmals ein Schiff mit Hilfsgütern für seinen isolierten Verbündeten Katar geschickt. Das Schiff verließ den Hafen von Aliaga in der westlichen Provinz Izmir mit 4.000 Tonnen Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu heute meldete.

Es soll in zehn Tagen in dem Golfemirat eintreffen, das seit zwei Wochen einer Blockade durch seine Nachbarn ausgesetzt ist.

Türkei schickte mehr als 100 Flugzeuge

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade gegen den gasreichen Wüstenstaat am Persischen Golf verhängt. Die Türkei kritisierte das Vorgehen gegen seinen Verbündeten und schickte mehr als hundert Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Katar, wie Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci gestern mitteilte.

Katar auf Nahrungsimporte angewiesen

Katar zählt zwar dank seiner riesigen Gasvorkommen zu den reichsten Staaten der Welt, doch besteht der Kleinstaat fast vollständig aus Wüste. Zur Versorgung der 2,6 Millionen Einwohner ist das Emirat auf Nahrungsimporte angewiesen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten werfen Katar vor, „Terrorgruppen“ wie die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas zu unterstützen. Zudem sind sie verärgert darüber, dass Katar ihren harten Kurs gegenüber dem Iran nicht mitträgt. Die Türkei betrachtet Katar als wichtigen Verbündeten am Golf, will aber zugleich Saudi-Arabien nicht gegen sich aufbringen, mit dem Ankara ebenfalls enge Beziehungen unterhält.