AKW Temelin sucht Praktikantin per Bikiniwettbewerb

Über einen Bikiniwettbewerb hat der tschechische Atomkraftwerksbetreiber CEZ eine Praktikantin auswählen lassen. Auf der Facebook-Seite des Konzerns konnten Nutzer für eine von zehn Maturantinnen stimmen. Die Siegerin bekommt ein 14-tägiges Praktikum im AKW Temelin, wie der „Spiegel“ (Onlineausgabe) am Wochenende unter Berufung auf tschechische Medien berichtete.

Nicht alle finden die Idee gut. „Dieser Wettbewerb hat jede ethische Grenze überschritten“, sagte die Frauenrechtlerin Petra Havlikova dem Nachrichtenportal Aktualne.cz.

Betreiber wehrt sich

„Zieh dich aus und du bekommst ein Praktikum - das kann doch nicht ernst gemeint sein, das ist degradierend, widerlich und primitiv“, kritisierte eine Internetnutzerin die Aktion. Die Bademodefotos mit den Schülerinnen wurden den Angaben zufolge im Inneren eines Kühlturms aufgenommen, der für Wartungsarbeiten abgeschaltet ist. Zum Bikini tragen die Teilnehmerinnen des Wettbewerbs um die beste „Energie-Maturantin“ einen Schutzhelm.

Die Betreiber des Atomkraftwerks können die Aufregung nicht verstehen. „Modeschauen in Bademode gehören allgemein zu Schönheitswettbewerben“, teilte ein AKW-Sprecher mit. Das AKW Temelin liegt 60 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

Erinnerung an „Miss Atom“

Die Aktion erinnert an den Wettbewerb „Miss Atom“, den die Betreiber russischer Atomkraftwerke zwischen 2004 und 2011 jährlich veranstaltet haben. Mit viel Presserummel kürten die Veranstalter damals die hübscheste Bewerberin, die sich knapp bekleidet vor einem Atomkraftwerk fotografieren ließ. Der Wettbewerb war offen für Frauen aus Russland und ganz Osteuropa.