Van der Bellen umschifft Konflikte mit Zeman in Prag

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der tschechische Präsident Milos Zeman haben sich heute bei einem Treffen in Prag bemüht, trotz unterschiedlicher Ansichten in vielen Bereichen die Gemeinsamkeiten zu betonen. „Wir sind enge Verwandte, und wie sie wissen sind enge Verwandte nicht immer die besten Freunde“, sagte Van der Bellen bei der gemeinsamen Pressekonferenz.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der tschechische Präsident Milos Zeman

APA/Bundesheer/Carina Karlovits

„Aber insgesamt können wir uns aufeinander verlassen“, fügte der Bundespräsident hinzu. Zeman beschrieb die Gemeinsamkeiten der beiden Staatsoberhäupter launig mit den Worten: „Wir sind beide 1944 geboren und - das schätze ich besonders - wir sind beide Kettenraucher.“ Van der Bellen sei ihm nun „zweifellos“ sympathischer, sagte Zeman, der im Wahlkampf noch offen den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer mit dem Argument unterstützt hatte, dass er Grüne nicht möge.

Uneinigkeit bei Thema Atomkraft

Keine Einigkeit gab es wie erwartet beim Thema Atomkraft. Aber das sei „eines von ganz wenigen Themen, wo wir sagen: We agree to disagree“ (Wir stimmen darüber ein, nicht einig zu sein, Anm.), betonte Van der Bellen. Zeman warf Österreich vor, die Atomkraft aus einer privilegierten Position heraus zu kritisieren. „Wenn wir hier so viele Alpenflüsse hätten wie in Österreich, dann wäre ich vielleicht auch kein Freund der Atomkraft“.

Die Teilnahme an einem für den Nachmittag geplanten österreichisch-tschechischen Wirtschaftsforum sagte Zeman ab. Er habe vor seiner Abreise in die zentraltschechische Region Vysocina am Abend noch administrative Dinge zu erledigen, erklärte sein Sprecher Jiri Ovcacek. In Vysocina befindet sich Zemans Ferienhaus.