IS-Chef Baghdadi laut Iran „definitiv tot“

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, ist nach iranischer Darstellung tot. „Der Terrorist Baghdadi ist definitiv tot“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA gestern einen Vertreter des Geistlichen Oberhaupts Ali Chamenei. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Das russische Militär hatte jüngst erklärt, der IS-Chef sei möglicherweise bei einem Luftangriff am 28. Mai auf die syrische Stadt al-Rakka ums Leben gekommen. Die russische und die US-Regierung hatten das nicht bestätigt, der Irak zeigte sich skeptisch. Seit Jahren gibt es immer wieder Berichte über den Tod Baghdadis. Der IS hat zuletzt deutliche Niederlagen im Irak und in Syrien hinnehmen müssen.

Irakischer Regierungschef sieht Kalifat am Ende

Mit der Rückeroberung der symbolträchtigen Großen Moschee von Mossul ist für die irakische Regierung indes der Untergang des IS-Kalifats besiegelt worden. „Wir sehen das Ende des fingierten Daesch-Staates, die Befreiung von Mossul beweist das“, twitterte Ministerpräsident Haidar al-Abadi. Daesch ist die arabische Abkürzung für die Terrormiliz.

Irakische Spezialkräfte hatten zuvor die Ruinen der kürzlich zerstörten Moschee nach eigenen Angaben unter Kontrolle gebracht. Der IS hatte vor genau drei Jahren in einer Audiobotschaft die Errichtung eines „Islamischen Kalifats“ in Syrien und im Irak verkündet.

Al-Rakka eingekesselt

„Wir werden Daesch weiter bekämpfen, bis der letzte von ihnen getötet oder zur Rechenschaft gezogen wurde“, erklärte Abadi in einem weiteren Tweet. Die Extremisten sind in Mossul auf wenige Viertel der Altstadt zurückgedrängt worden, kontrollieren aber im Umland der Stadt sowie in anderen Regionen im Irak noch einige Gebiete.

Baghdadi hat sich irakischen und US-Militärkreisen zufolge aus Mossul abgesetzt und wird jetzt im Grenzgebiet zu Syrien vermutet. Die Hauptstadt des IS in Syrien, al-Rakka, wird derzeit mit US-Unterstützung von kurdischen Milizen belagert. Die Stadt sei inzwischen komplett eingekesselt, berichteten Beobachter.