Spot der US-Waffenlobby erhitzt die Gemüter

Ein kürzlich auf der Facebook-Seite der amerikanischen Waffenvereinigung National Rifle Association (NRA) veröffentlichter Werbespot sorgt für Wirbel in Sozialen Netzwerken. Die konservative US-Talkradio-Moderatorin und Waffenlobbyaktivistin Dana Loesch hält darin eine Brandrede gegen die US-Linke, die sie laut einer Zählung des Onlinemagazins Quartz in 59 Sekunden 16-mal als „they/them/their“, also als „diese (anderen)“ bezeichnet - eine „Taktik, die seit Jahrhunderten dazu dient, eine Gruppe zu entmenschlichen, um ihre Unterdrückung und die Gewalt gegen sie zu rechtfertigen“, wie Quartz weiter schreibt.

Der Tonfall des Videos ist anklagend und kämpferisch: „Sie benutzen ihre Medien, um echte Nachrichten zu töten. Sie benutzen ihre Schulen, um den Kindern beizubringen, dass ihr Präsident ein neuer Hitler ist. Sie benutzen ihre Kinostars und Sänger und Comedy-Shows und Preisverleihungen um ihre eigene Botschaft wieder und wieder zu wiederholen“, heißt es in dem Clip.

Aufnahmen von Anti-Trump-Demonstrationen unterlegt das Werbevideo mit einem Text, den viele als impliziten Aufruf zur Gewalt verstehen: „Der einzige Weg, das zu stoppen, unser Land und unsere Freiheit zu verteidigen, ist, dieser Gewalt mit einer geballten Faust der Wahrheit zu begegnen.“

Millionenfach gesehen, Tausende Kommentare

Das Video wurde auf Facebook bereits über vier Millionen Mal gesehen und 33.000-mal geteilt (Stand: Freitag, 13.00 Uhr). Die 5.500 Kommentare darunter sind allerdings vorwiegend NRA-kritisch: „Ich war Scharfschütze in Vietnam“, schreibt ein User. „Jetzt lebe ich von den Zahlungen der Sozialversicherung und einer Invalidenpension. Und selbst die will Trump kürzen. - Geht’s Euch noch gut?“

Ein anderer Facebook-Nutzer zitiert Abraham Lincoln, der im US-Bürgerkrieg zu Einigung aufrief: „Wir sind nicht Feinde, sondern Freunde. Unsere leidenschaftlichen Ansichten dürfen unsere Zuneigung zueinander nicht zerstören.“ Die Organisatorinnen des Women’s March forderten NRA-Chef Wayne LaPierre bereits in einem offenen Brief auf, das Video zu entfernen und sich zu entschuldigen. Eine offizielle Reaktion der NRA gibt es bis dato nicht.