Europäischer Trauerakt für Kohl hat begonnen

Im Europaparlament in Straßburg hat heute der Trauerakt für den früheren deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl begonnen. Mit der Zeremonie wollen zahlreiche Staats- und Regierungschefs Abschied von Kohl nehmen und seine Verdienste für Europa würdigen.

Neben der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollten unter anderen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sprechen.

Der Sarg mit dem Verstorbenen war am Morgen aus Kohls Haus in Ludwigshafen-Oggersheim nach Straßburg gebracht worden. Für den Trauerakt wurde er in eine blaue Europaflagge gehüllt. Das Wachbataillon des deutschen Verteidigungsministeriums trug ihn in den Saal. Begleitet wurde es von einer Totenwache des Eurokorps.

Sarg von Helmut Kohl

APA/dpa/Frank Rumpenhorst

Totenmesse am Abend

Erstmals wird für einen Politiker ein solcher europäischer Trauerakt ausgerichtet. Einen deutschen Staatsakt für Kohl wird es dagegen nicht geben. Am Nachmittag bringt ein Hubschrauber den Sarg zurück nach Ludwigshafen. Nach der Landung wird dieser durch die Innenstadt gefahren. Die letzten Kilometer bis ins nahe Speyer bringt ein Schiff den Leichnam Kohls.

Im Dom zu Speyer wird der katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann dann die Totenmesse halten. Rund 1.500 geladene Gäste werden dazu erwartet. Kohl war 16 Jahre lang deutscher Bundeskanzler. Er starb am 16. Juni im Alter von 87 Jahren.