Mexikos „Enfant terrible“ Jose Luis Cuevas tot

Der mexikanische Maler, Bildhauer und Schriftsteller Jose Luis Cuevas ist gestern (Ortszeit) im Alter von 83 Jahren in Mexiko-Stadt gestorben, wie die Regierung mitteilte.

„Als Künstler Mexikos und der Welt wird Jose Luis Cuevas immer als Sinnbild für Freiheit, Schaffenskraft und Universalismus in Erinnerung bleiben“, lautete die Würdigung von Präsident Enrique Pena Nieto.

Der mexikanische Maler, Bildhauer und Schriftsteller Jose Luis Cueva

Reuters/Tomas Bravo

Cuevas galt als bekanntester Vertreter der „Generation des Bruchs“ in den 1950er Jahre, die sich vom Muralismus und der politischen und nationalistischen Kunst dieser Epoche lossagte. Der Muralismus war nach der Mexikanischen Revolution in den 1920er Jahren die dominante Kunstform in dem Land. Auf großflächigen Wandgemälden nahmen Künstler wie Diego Rivera, David Alfaro Siqueiros und Jose Clemente Orozco vor allem zu politischen, gesellschaftlichen und historischen Themen Stellung.

Immer wieder im Clinch mit Kulturinstitutionen

Cuevas stellte unter anderem im Kunstzentrum Königin Sofia in Madrid und im Museum für moderne Kunst in Paris aus. 1977 nahm er an der Documenta in Kassel teil. Er erhielt zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen, darunter den französischen Orden der Künste und der Literatur.

Daheim galt Cuevas als „Enfant terrible“ der mexikanischen Kunstszene und legte sich immer wieder mit den Kulturinstitutionen des lateinamerikanischen Landes an. Weil sein Werk lange Zeit in Mexiko nicht gezeigt wurde, eröffnete er sein eigenes Museum. Kulturministerin Maria Cristina Garcia würdigte Cuevas nun als „einen unserer größten Bildhauer des 20. Jahrhunderts“.