Hanoi will bis 2030 Motorräder verbannen

Als Maßnahme gegen Smog und Verkehrsstaus will die vietnamesische Hauptstadt Hanoi bis zum Jahr 2030 Motorräder von den Straßen verbannen. Die Entscheidung dazu fiel heute nahezu einstimmig im Stadtrat - nur einer von 96 Abgeordneten stimmte dagegen. Als Ersatz soll der öffentliche Personennahverkehr ausgebaut werden.

Straßenszene in Hanoi

APA/AP/Tran Van Minh

Hanoi ist bekannt für seine Massen an Motorrädern, auf denen sich häufig ganze Familien durch verstopfte Straßen drängeln. Viele Menschen transportieren große Ladungen auf den Zweirädern, die im Gegensatz zu Autos für die meisten Vietnamesen erschwinglich sind. Hanoi zählt sieben Millionen Einwohner und fünf Millionen Motorräder sowie eine halbe Million Autos.

Die Mopeds werden für die schlechte Luftqualität in Hanoi verantwortlich gemacht, vor allem in den Wintermonaten herrscht dort starker Smog. Die Entscheidung sorgte dennoch für Kritik. In Sozialen Netzwerken stellten viele die Frage, ob die Stadt für gute Alternativen sorgen werde. Hanoi hat keine U-Bahn, sondern nur öffentliche Busse. Diese decken derzeit etwa zwölf Prozent des Bedarfs. Die Behörden wollen diesen Anteil auf 50 Prozent erhöhen.