Bandenkrieg: 26 Tote bei Schießerei in Mexiko

Bei heftigen Gefechten zwischen verfeindeten Banden sind im Norden Mexikos 26 Menschen ums Leben gekommen. Mitglieder rivalisierender Gangs hätten sich in der Ortschaft Las Varas im Bundesstaat Chihuahua eine Schießerei geliefert, sagte der Sprecher der örtlichen Staatsanwaltschaft, Felix Gonzalez, gestern im Fernsehsender Milenio TV. Bei allen Opfern handle es sich um mutmaßliche Bandenmitglieder.

In die Schießerei seien ersten Ermittlungen zufolge Angehörige des Verbrechersyndikats „La Linea“, des bewaffneten Arms des Drogenkartells von Juarez, und Mitglieder einer Bande aus dem Bundesstaat Sinaloa verwickelt gewesen, sagte Gonzalez. Chihuahua an der Grenze zu den USA liegt an einer wichtigen Schmuggelroute Richtung Norden und ist immer wieder Schauplatz blutiger Revierkämpfe.

2.186 Gewaltopfer in einem Monat

Zuletzt hatte die Gewalt in Mexiko deutlich zugenommen. Im Mai wurden in dem lateinamerikanischen Land 2.186 Menschen getötet. Das war der höchste Wert seit Beginn der systematischen Erhebung vor 20 Jahren. In einigen Verbrechersyndikaten toben blutige Machtkämpfe. Zudem mischen immer mehr kleine Banden bei Drogenschmuggel, Schutzgelderpressung, Menschenhandel und Benzindiebstahl mit.

Erst am Wochenende waren bei Gefechten zwischen Kriminellen und Sicherheitskräften in Sinaloa 19 Menschen getötet worden. Die Region ist die Hochburg des Sinaloa-Kartells. Seit der Auslieferung des Drogenbarons Joaquin „El Chapo“ Guzman an die USA kämpfen mehrere Fraktionen um die Kontrolle des Verbrechersyndikats.