Erneut Dutzende Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Auf der Überfahrt zwischen Marokko und Spanien sind offenbar Dutzende Flüchtlinge ertrunken. Das UNO-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) sprach gestern von einer „Tragödie“, nachdem ein halb gesunkenes Flüchtlingsboot am Dienstag geborgen worden war.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Caminando Fronteras war das Boot am Samstag mit 52 Passagieren in Marokko gestartet - bei seiner Rettung waren nur noch drei Menschen an Bord.

Die Küstenwache suchte gestern weiter nach den 49 vermissten Passagieren. Offenbar seien die geretteten drei Insassen aus Mali und Gambia aber die einzigen Überlebenden. Sie seien die Einzigen gewesen, die eine Rettungsweste getragen hätten. Es werde sehr schwer werden, die Leichen der Vermissten zu finden.

„Schlimmste Tragödie seit Jahrzehnten vor Spanien“

Die Überlebenden berichteten, dass eine Welle das Schlauchboot umgekippt und die übrigen Passagiere über Bord gespült habe. Das UNHCR sprach von der „schlimmsten Tragödie seit Jahrzehnten im spanischen Teil des Mittelmeeres“.

Vor dem jüngsten Vorfall ertranken in diesem Jahr bereits 60 Flüchtlinge bei dem Versuch, nach Spanien zu gelangen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen zwischen dem 1. Jänner und dem 30. April mehr als 3.300 Menschen über das Meer nach Spanien.